Abschiede kann man verdrängen, vor ihnen flüchten, herbei sehnen, manche finden nie ein Ende und manch ein Abschied ist sehr schmerzvoll, mit Tränen und Verlust behaftet. So ist es gerade bei mir. In wenigen Tagen verliere ich meine letzte Zwanzig. Bewusst geworden ist mir das schon vor Jahren als ich die 25 erreicht habe, ab sofort wird man aufgerundet und ist nicht mehr Anfang Zwanzig. Jahr für Jahr bin ich ihr mit jedem Geburtstag entgegen gerast und nun gibt es nichts mehr zwischen uns, es wird zur Konfrontation zum Super-Gau kommen. Ich muss mich ihr stellen, werde Tränen lassen, möchte schreien und davon rennen.
Es helfen keine Ratschläge „wird nicht so schlimm werden“. Ich blicke auf einen Lebensabschnitt zurück und stehe vor einem Neuen, die beide gerade „wie aus dem Bilderbuch“ zusammen fließen. Ich erlebe das letzte Jahr als den Run meines Lebens. Umzug nach Berlin, leben und glücklich sein in Berlin, Traumhochzeit wie wir sie nicht emotionaler und schöner hätten erleben können, ein Job der sich zum Karrieresprungbrett entwickelt, ein weiteres Studium, Freundschaften erleben und wertschätzen, die wirklich welche waren und auf die ich weiter bauen kann…
Ich muss mich nicht mit Falten finden oder zählen herum plagen, meine Eierstöcke verursachen auch noch keine Tick Tack Tick Tack Panikattacke bei mir aus und beim Rubbellos kaufen muss ich meinen
Perso noch vorzeigen. Aber ich kriege Nervenzusammenbrüche wenn ich (zwar noch vereinzelt) ein graues Haar finde, von Freundinnen hören, wo ihnen seit neustem so alles Haare wachsen, die mit Zwanzig noch nicht da waren und die kleinen Kilos, die sich Jahr für Jahr dazu schleichen auch unerbittlich haften bleiben. Da möchte ich am liebsten in Waxing Studio ein Dauerabo kaufen und mich auf Null Diät setzen.
Also werde ich die nächsten Tage versuchen zu genießen, es sind die letzten bevor ich sagen muss „Ich bin 30! “ Dann habe ich noch ein Jahr bis ich Anfang 30 bin, und dann gehts steil auf die 35 zu und ab dann wird ja wieder aufgerundet….