Bis zu 1000 Euro Strafe für das Leben des Brian am Karfreitag

Das muss man sich mal vorstellen: Es gibt im Jahr 2013 Länder auf dieser Welt, in denen es verboten ist am Karfreitag „Das Leben des Brian“ aufzuführen. Es ist gesetzlich festgelegt, dass ein Zuwiderhandeln bis zu 1000€ kosten kann. Das heißt: Am Karfreitag hat jeder, egal welcher Religion man angehört, der Kreuzigung Christi Respekt zu zollen, selbst wenn man nicht glaubt, dass alles genau so passiert ist, wie die Bibel es sagt.

Für diejenigen, die in einer säkularen Gesellschaft aufgewachsen sind und sich so etwas nicht vorstellen können: Das ist in etwa so, als würde man es verbieten am 4. Mai „Space Balls“ aufzuführen, weil die Gefühle von „Star Wars“-Fans verletzt werden könnten. Übrigens, diejenigen, die so ein Beispiel brauchen, um sich das Ausmaß der Lächerlichkeit vorzustellen, sind keine deutschen Staatsbürger, weil: Wir sind diejenigen, die am Karfreitag alle brav die Köpfe hängenzulassen haben. Das fand die Gruppe Religionsfrei im Revier auch scheiße und hat den Film trotzdem gezeigt.

Die Stadt Bochum leitete deshalb ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen vorsätzlicher Verstöße gegen das Vorführverbot und das Feiertagsgesetz ein, durch das der Gruppe ein Bußgeld in Höhe von bis zu 1.000 Euro droht. Die will die Strafe erwartungsgemäß nicht zahlen. Initiativsprecher Martin Budich sagte der Presse dazu, man respektiere, dass Christen am Karfreitag „der Ermordung ihres Religionsstifters gedenken“, aber nicht, dass Konfessionslose an diesem Tag zu „depressivem Verhalten genötigt“ werden.

Wollen wir jetzt mal langsam mit dem Quatsch aufhören? Es war 2013 Jahre lang lustig, aber jetzt ist gut.

via Telepolis

Bibel-Bär – Gehirnwäsche ist doch was für Kinder

Stellt ihr Kind unangenehme Fragen in Bezug auf Gott? Zweifelt ihr Sproß an der jungfräulichen Empfängnis? Weigert sich ihr eigen Fleisch und Blut im Gebet die Knie wund zu scheuern? Kein Problem! Mit Barnabus – The Bible Bear ist Schluss mit lustig! Führen Sie ihr Kind zurück auf den rechten Pfad und setzen Sie den Grundstein eines wahrhaften, ehrlichen Glaubens.

Ganz ehrlich: Jesus hätte es so gewollt.


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Demnächst auch als „Teddschihad“ mit Plastesprengstoffgürtel.
Batterien sind enthalten!

via Christian Nightmares

Wo war Gott eigentlich bei dem Amoklauf?

Es dauert nicht lange, bei so einem Amoklauf, bis die ganzen Verrückten aus ihren Löchern kriechen und ihre kruden Ideen unters Volk bringen. Da wäre zum Beispiel Bryan Fischer, der die Frage danach beantwortet, wo Gott eigentlich gewesen war, als 26 Menschen starben. Ganz einfach: Gott ist eben ein Gentleman. Er geht nicht dorthin, wo er nicht erwünscht ist.


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Dieser Mann darf übrigens offen so etwas sagen, ohne Angst haben zu müssen sich dafür vor Gericht zu verantworten. Muss man sich einen Moment lang vorstellen.

via Christian Nightmares

„Duelity“ – Die Entstehung der Welt aus Sicht Kreationisten und Wissenschaftler

Ryan Uhrichs Splitscreen-Animation zeigt wie die Welt aus Sicht von Kreationisten entstand und aus der Sicht von Wissenschaftler. Allerdings mit einem netten Nebeneffekt: Er vertauscht die Art zu erzählen:

Ryan Uhrich’s animation tells two different tales of the beginning of the world in two different ways. First we have the creationists side of the story, told in scientific language. This is juxtaposed with the Big Bang and evolution told in Bible-speak and makes for some confusing (and amazing) imagery.

Duelity from Ryan Uhrich on Vimeo.

via Cheezburger

Interview mit Richard Dawkins über den neuen Atheismus

Ein sehr schönes Interview, das ich mir jetzt gerade zum Frühstück anhöre, während ich Stullen schmiere und ein bisschen grinsen muss. Der Dawkins ist mir stellenweise ein bisschen zu radikal (in „Gotteswahn“ werden gläubige Menschen sogar mir zu blöd dargestellt), aber seine Argumente sind nunmal nicht von der Hand zu weisen.

Die Fragen konnten live von Reddit, Twitter und GooglePlus gestellt werden, während Richard Dawkins auf Al Jazeeras „The Stream“ darauf antwortete.


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René hat ein sehr treffendes Zitat rausgeschrieben, das sich bitte jeder religiöse Mensch zu Herzen nehmen sollte, weil sie langsam mal nervt:

But doesn’t Religion also provide a Context that without we would be in a pretty cold society if we would be living on science and facts alone, mean, a lot of people look to religion as providing a context and emotion and morals and principles to life?
No. We certainly wouldn’t be living in a cold context with only science and rationality. We’d have art, we’d have music, we’d have literature, we’d have philosophy, we’d have nature, we’d have love, human love, we’d have all those things, those wouldn’t go. The only thing that would go, would be supersticious belief in supernatural things. And since there is no evidence that supernatural things exist, or do anything or ever have done anything, wouldn’t we be better off without them?

Und wenn sich christlich muslimische Juden wieder angepisst fühlen, dann würde ich mal vorschlagen, dass sie sich eine Welt vorstellen, in der Hellseher, Medien und Weihnachtsmannanhänger die Klinke in die Hand drücken würden. Man stelle sich vor solche Menschen hätten die Reichweite und Macht, die die Religionen haben. Ein seltsames Bild, oder? So geht es vielen anderen mit der momentanen Lage.

Religionsfreiheit vs Recht auf körperliche Unversehrtheit

Nur dass ich das richtig verstehe: Wegen dem imaginären Freund von fantasievollen Erwachsenen, wird in mehr als unmittelbarer Nähe des Schniepels mit einem scharfen Gegenstand hantiert, bis es blutet. Und als wäre das nicht schlimm genug, es gibt Menschen, die tatsächlich der Meinung sind, dass man den Kindern die Wahl nehmen soll, weil der Fantasie ihrer Eltern mehr Recht zugesprochen wird, als dem Penis der Kleinen?

Mich verstört das etwas. Allein die Tatsache, dass jemand auch nur auf die Idee kommt, dass die Religionsfreiheit über das Recht auf körperliche Unversehrtheit geht, zeigt mir, dass die Lücke zwischen Moderne und finsteres Mittelalter noch nicht gänzlich geschlossen ist. Richard Dawkins hat es schon ganz treffend gesagt: Es gibt keine christlichen Kinder. Es gibt auch keine jüdischen oder muslimischen Kinder. Es gibt nur Kinder von Christen, Juden und Muslime.

Nichts gegen die Religionsfreiheit. Und das ist ausnahmsweise nicht ironisch gemeint. Ich halte tatsächlich viel davon, dass jeder selber entscheiden darf an was er oder sie glaubt. Aber die Religionsfreiheit muss Grenzen haben und die beginnen spätestens bei den Grenzen jeder einzelnen Person. Ein Kind sollte nicht gezwungen werden zu glauben. Kontakt mit sämtlichen Religionen sollten ermöglicht werden, aber die Entscheidung muss letztendlich beim Kind liegen. Wenn dies zur Folge hat, dass ein Kind eben nicht an das glaubt, an was die Eltern glauben, dann ist es eben so. Und wenn deswegen eine Religion ausstirbt, dann hat es wohl seinen guten Grund.

Religion ist nur ein Hobby. Das ist doch nicht so schwer zu verstehen. Es ist ganz oft ein sehr schönes Hobby, das auch viele gute Dinge hervorgebracht hat. Aber eben nicht ausschließlich. Wenn ich wegen des Hobbys meiner Eltern einen Teil meines Schniepels verloren hätte, wäre ich nämlich jetzt mächtig sauer! Stattdessen habe ich nur Zeit mit der Kommunion als Messdiener verschwendet.
Oh, und auf der Kegelbahn. Aber das ist eine andere Geschichte.