Ich bin gerade zum ersten Mal mit einem Jutebeutel durch Kreuzberg gelaufen und fühlte mich wie ein Hipster. Das reicht jetzt aber auch für ein Leben. Andere halten das weitaus länger durch, wie wir dank eines kleinen Blickes in die Zukunft sehen können:
Vor kurzem unterstützte ich gemeinsam mit einem befreundeten Produzenten die Gründungsidee einiger Freunde. Sie wollten eine Onlineplattform für Haar/Mode etc-Trends schaffen, dies scheiterte jedoch in den letzten Zügen. Unser Support war ein kurzer Beitrag über den etwas verrückten und gewöhnungsbedürftigen Trend in der Kölner Musik- und Modeszene. Inspiriert durch NYCker Hippstern startete eine kleine Bewegung weg vom klassischen Schönheitsideal hin zu natürlich Haarwachstum, zwischen den Augenbrauen. Da dies nicht jedem gelingt wird hier, besonders auf Seiten der werten Damen, nachgeholfen.
Wenn also der Hipster-Schnurrbart ein paar Zentimeter hoch rutscht, dann können auch Frauen ironische Gesichtsbehaarung tragen.
Warum nicht?
Wer in Berlin, Hamburg, Köln oder irgendeine andere Großstädte wohnt, ist täglich mehrfach mit der Spezies „Hipster“ konfrontiert und erkennt sie augenverdrehend umgehend. Die Hipsterpedimie breitet sich aber zunehmend auch auf kleinere Städte aus und für die Bewohner dieser Enklaven der Hipsterlosigkeit, ist der folgende Film. Sollten sich demnächst bei Hipster-Rudel in euren Fußgängerzonen bilden und ihr spielt mit dem Gedanken in der nächsten geschlossenen Anstalt anzurufen, um nachzufragen, ob sie jemanden vermissen, dann denkt an diesen Lehrfilm:
Ich habe mal vor ein paar Monaten zwei wirklich grundsympathische Hipster auf einer Party kennengelernt. Die ersten seit knapp 20 Jahren. Das war wirklich eine wichtige Erfahrung, wenn ich an das letzte Mal denke, als ich meinen ersten Hipster kennenlernte, der eigentlich kein Hipster war, sondern unabsichtlich scheiße aussah.
Es war in der achten Klasse und ich war froh endlich nicht mehr Opfer von Verkloppungen zu sein. Ich stand kurz vor einem Wachstumsschub und das Adrenalin schoss einfach so durch die Adern. Da wird man auch schnell mal scheiße und vergreift sich an die Kleineren. Jahre lang litt ich selbst unter Mobbing: Unter Engländern war ich ein verprügelnswerter „Sauerkraut-Boxhead“, unter Deutschen ein „inselaffiger Kanisterkopp“ (sic!). Und so hatte es etwas befreiendes, als ich endlich selber jemanden mit dem Kopf durch die Pinkelrinne ziehen konnte.
Dieses Lied ist Christian A. gewidmet, dem kleinen Jungen aus der sechsten Klasse, der sich seine übergroße Kassengestellbrille zurechtrückte, die Hose wieder über den Bauchnabel zog und trotz Urin und Toilettensteinkrümel im Haar uns niemals verpetzte. Es tut mir wirklich, wirklich leid, aber du sahst damals eben so aus, wie die Kinder in dem folgenden Video. Wir haben es nicht verstanden. Ich verstehe es eigentlich heute auch nicht, aber dafür weniger… Oder so. Bitteschön und nichts für ungut!