Nicole Graether (Fotografie)

Paarfotos Berlin-Schlachtensee

Ist jetzt auch so ein kleines bisschen in eigener Sache:

Nicole ist nicht nur eine gute Freundin der Familie, sondern auch eine hervorragende Fotografin. Zum fünften Hochzeitstag hat sie der Kleinen und mir eine Freude gemacht, die ich so nicht erwartet hätte.

Ich würde mich nicht unbedingt als fotogenen Typen bezeichnen und fühle mich vor der Kamera ziemlich unwohl. Nicole hat es aber irgendwie geschafft mich aus der Reserve zu locken, als wir vor ein paar Wochen raus an den Schlachtensee gefahren sind, um vor ihrer Linse zu stehen. Das Resultat ist ein zweiteiliges Shooting (1 und 2), das sie auf ihrer (sehr zu empfehlenden) Seite veröffentlicht hat.

Besonders gut gefällt mir der heute veröffentlichte zweite Teil, in dem wir in guter alter Trash the Dress Manier die Hochzeitsklamotten anzogen und ins Wasser gestiegen sind. Auch wenn ich auf diesem Foto wie ein debiles Sektenmitglied kurz vor der Taufe aussehe:
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Zum zweiten Hochzeitstag

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Als sie in den Spiegelsaal von ihrem Vater geführt wurde, setzte mein Herz zwei Schläge aus. Ihr Kleid sah aus wie ich mir das einer griechischen Göttin vorstelle und für einen kurzen Moment dachte ich an eine barmherzige Ohnmacht, die mich von dem elendigen Starren erlösen sollte, das mich aussehen ließ, wie ein zurückgebliebener Spanner.

Im Hintergrund hörte ich ein Rauschen – die Gäste allerdings folgendes Lied von Muse, das leise ausgeblendet wurde, als der Kleine Vater mir die Kleine überreichte.


Blackout bei Youtube

Mein persönlicher Blackout lag acht Monate und 23 Tage zurück, als ich der Kleinen den achten Heiratsantrag unserer Beziehung machte. Sie sagte zum achten Mal „Ja“ und rettete mich kurz davor noch vor einem grausamen Tod durch Verbrennen in einem Teelicht. Ich erinnere mich sonst an nichts. Ich habe keine Ahnung wie gut der Antrag war, ob ich gestottert habe, oder ihr mit Gewalt den Verlobungsring aufdrückte.

Ich weiß wie ich mich hinknie, es am Bein heiß wird. (…SCHNITT…) Wir gehen ins Wohnzimmer. Überall um uns herum knistern Wunderkerzen. (…SCHNITT…). Wir stehen vor dem »Magnet« und wollen den Abend rockig ausklingen lassen. In der Schlange stehen hörbar ein paar Franzosen vor mir. Sie sind genervt von mir, weil ich immer wieder frage wie man auf Französisch einen Heiratsantrag mache. (…SCHNITT…) Wir gehen nachhause. Ich habe unerklärlicherweise einen Hass auf alle Franzosen, aber dennoch so gute Laune, dass ich lauthals singe. (…SCHNITT…) Ich unterschreibe im Standesamt die Unterlagen. Wo sind eigentlich die letzten achteinhalb Monate geblieben?!

Der erste Hochzeitstag

nadine-und-malcolmDie Vorfreude auf den eigenen Geburtstag hat in den letzten Jahren nachgelassen. Weihnachten ist sogar eine Qual geworden und Ostern ist schon dann nicht mehr lustig gewesen, als ich raus fand, dass Schokolade ansetzt. Inzwischen sind also Feiertagsfreuden mit zunehmenden Alter versiegt und das einzige was bisher ein Kribbeln verursachte, war allerhöchstens eine Nase voll Ahoi Brause.

Aber das ist nun vorbei! Ich habe wieder etwas worauf ich mich freuen kann: Unseren ganz eigenen Hochzeitstag und heute ist der erste davon. Die Erinnerung an den ersten Morgen als verheiratetes Ehepaar ist noch relativ frisch und nachvollziehbar. Es lässt sich ungefähr mit dem Gefühl vergleichen, wenn man als Kind einen Tag nach seinem Geburtstag aufwacht und der erste Gedanke sich um das Lieblingsgeschenk kreist. Man möchte aufspringen und gleich wieder damit spielen! So ähnlich ist das auch mit dem frisch gebackenen Ehepartner. Nur anders: „Morhen…“ – „Mooohn…“ – „Knu…tschn..?“ – „Tschu ans… an… anstrengen‘.“ – „Ok, schpäder…“

Der Morgen nach der Hochzeit ist ein ganz besonderer Morgen. Körperlich fühlt man sich, als wäre man einen Marathon gelaufen, was in vielen Fällen nicht einmal weit hergeholt ist, wenn man bedenkt wieviel man an dem Tag geht. Psychisch fühlt man sich wie frisch verliebt, was besonders irritierend für ein Paar ist, das schon seit 8 Jahren ist. Man stellt sich Fragen, wie: „Ist das wirklich meins? Was ist das für ein Kribbeln? Achso, der Wodka-Ahoi ist noch nicht verdaut. Und das daneben? Ja, das ist tatsächlich irgendwie neu.“

Ich weiß noch wie stolz ich war, als ich endlich aus dem Bett stieg, mich duschte und mit der Kleinen durch die Hotel-Lobby schritt.
Meine Frau und ich würden gerne irgendwo frühstücken. Können Sie etwas empfehlen?
Meine Frau. Was für ein Gedanke. Ouh, warte, er muss Platz machen für den nächsten: „Hey Kleines, pass auf: Jedesmal, wenn einer von uns deinen alten Nachnamen sagt, oder schlimmer noch: Freund/Freundin, wird ein Euro in das Schwein gesteckt.“ – „…!“ – „In das Sparschwein. Nicht in mich.

Das Sparschwein wiegt inzwischen über 600 Gramm und kann heute guten Gewissens geschlachtet werden. Und weil wir heute unser Glück teilen wollen, habe ich endlich die Hochzeitsseite aktualisiert und für alle zugänglich gemacht. Bittesehr.

Das erste Jahr ist rum. Und das Kribbeln ist immernoch da.