Kirchenaustritt und ihre Folgen
Richard Dawkins hat es treffend formuliert: „Es gibt keine christlichen Kinder. Es gibt auch keine muslimischen oder jüdischen Kinder. Es gibt nur Kinder muslimischer, jüdischer oder Christlicher Eltern.“
Diesen Satz habe ich mir vor Augen gehalten, als ich vor längerer Zeit wieder Kontakt der mit der Kirche hatte, nachdem ich ausgetreten war und eine Kirchenstelle nicht wusste was die andere macht. Weil man bei meiner Geburt entschied, dass ich katholisch getauft werde, musste ich bezahlen. Ich habe es selber nicht einmal entschieden und muss trotzdem Geld auf dem Tisch legen, um aus dem Verein auszutreten.
Die nächsten drei Briefe mit der Bitte um Nachweis meines Austritts ignorierte ich übrigens geflissentlich und hatte Ruhe. Ich könnte es nunmal mit meinem Gewissen nicht vereinbaren etwas bigottes in der Art zu machen, wie die finanzielle Unterstützung einer Institution, die ich für kriminell und irreführend halte.
Dass ich nicht alleine mit dieser Meinung stehe, ändert aber nichts an den „skrupellosen Geschäftsgebahren“ der Kirche:
Wer aus der Kirche austritt, sollte die Bescheinigung darüber sein Leben lang aufbewahren. Sonst droht auch Menschen, die seit Jahrzehnten im Berufsleben stehen, plötzlich eine Nachforderung des Finanzamts über Kirchensteuern für die vergangenen fünf Jahre. Vor allem in Berlin und Brandenburg stellt sich dieses Problem regelmäßig, wie Volker Jastrzembski von der Evangelischen Landeskirche der F.A.Z. bestätigte: Er beziffert die Zahl dieser Fälle auf rund 4000 jährlich. Das Problem: Die Beweislast für den Austritt liegt bei demjenigen, der einst getauft worden ist.
Irgendwie ganz schön konsequent: Die Kirche behauptet, dass es einen allmächtigen Gott gibt und tritt keinen Beweis an. Stattdessen liegt ihrer Meinung nach die Beweislast bei denjenigen, die nicht blindlings an einen christlichen Gott glauben.





Ich so: „Na, haben Sie denn nirgendwo verzeichnet, dass sie nicht getauft wurde? So eine Art Sammelstelle aus der jede Religion schöpfen kann, um an mögliche Einnahmen zu kommen.“, sagt sie: „Hehehe… Sie sind ja lustig. Meinen Sie eine Datenbank, in der jeder Deutsche und jeder aus der DDR drin steht, mit seiner Religionszugehörigkeit?“, antworte ich so: „Hahaaaa! Stimmt! Das ist ja beinahe so unrealistisch wie eine Datenbank in der jede Steuernummer mit Adresse drin steht, die eine… sagenwirmal Kirchenstelle dann anschreibt, in der Hoffnung noch Geld eintreiben zu können.“, woraufhin sie noch kühler als bisher antwortet: „Sie muss trotzdem den Zettel ausfüllen, unterschreiben und zurückschicken.“


