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Marathon-Mal und der adidas miCoach Pacer aus der Hölle

Das hier ist keine Werbung. Ich schreibe es freiwillig. Ich bin ein zufriedener adidas-Kunde und habe für das Gerät bezahlt. Soviel im voraus.

adidas-micoach-pacerSo, jetzt wird es ernst. Seit dem 10km-Lauf habe ich es ein bisschen schleifen lassen und bin erst zweimal wieder in dieLaufschuhe geschlüpft. Nachdem die Kleine mich zum Berliner Halbmarathon angemeldet hat, brannte die alte Motivation kurz auf, um von Bodenfrost schnell wieder abgekühlt zu werden. Immerhin schaffte ich 4,5km in 30 Minuten, was für meine Begriffe ziemlich ok ist.

Jetzt hat sich der Onkel aber mal ein neues Spielzeug zugelegt, damit die Motivationskurve nicht schneller sinkt, als der Stern einer Casting-Hure: Der adidas miCoach Pacer. Dieses kleine Gerät speichert nicht nur meine Daten, sondern wertet sie aus und erstellt mir einen Trainingsplan, der mich zum Halbmarathon führt. Nur noch laufen muss ich selber!
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Das Tagebuch des Marathon-Mal (4-6)

marathon-malInzwischen habe ich wohl meinen eigenen Laufstil gefunden. Ich würde ihn als den „Lonesome Phroo-Phroo-Ranger Runningstyle“™ bezeichnen, der sich aus dem einsamen Läufer und dem extrem lauten Läufer zusammensetzt.

Nein, ich fange anders an: Rein motivationstechnisch nützt die Kleine was, wenn es darum geht mich zu neuen Spitzen zu treiben. Sie ist eine ehrgeizige Läuferin, die keinen Schmerz kennt und sich zu immer neuen Höhen aufschwingt. Das inspiriert. Einerseits.

Andererseits redet die Kleine gerne beim Laufen. Sie sagt das müsse man können und wenn man nicht reden kann, dann läuft man zu schnell. Wenn ich rede, meldet sich ein weiterer stark vernachlässigter Körperteil, der ungefähr so redefreudig ist wie ein Brötchen. Das Zwerchfell sagt nur ein einziges Wort: „Schnauze“. Hält man sich nicht daran, bremst er den Rest des Körpers mit einem dermaßen schmerzhaften Ziehen, dass mir die Luft wegbleibt. Herr Zwerchfell lässt auch dann erst los, wenn auch gesichert ist, dass von nun an kein Ton mehr aus dem Körper kommt. Außer dem „Phroo-Phroo“ natürlich.

Das „Phroo-Phroo“ brauche ich nicht nur, um die Atmung zu kontrollieren, sondern auch um den Takt anzugeben. Diese hochkomplexe Atemtechnik habe ich von meinem Deutsch-/Sportlehrer Herr Westhäuser gelernt. Schon früh trichtete uns Herr Westhäuser ein, dass das Atmen das Aaahhh… und Oooohhh… des Laufens ist. Nur mit dem richtigen Rythmus, sagt Herr Westhäuser, ist es möglich weiter als 500 Meter am Stück zu laufen. Herr Westhäuser sagt weiterhin man solle zweimal einatmen und zwei ausatmen, anstatt einfach nur schnöde ein- und auszuatmen. Und weil Herr Westhäuser aussah wie Hugh Jackman mit ohne Haare, glaube ich ihm bis heute.
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Das Tagebuch des Marathon-Mal (2&3)

laufstrecke2409Aua. Das Anwinkeln der Beine unter der Bettdecke führt zu Schmerzen, wie ich sie nicht kenne. Noch nie gespürt, so etwas. Eine Mischung zwischen lautes Aufkreischen der Muskeln und ein leichtes Schmollen, das sagen möchte: „Ey, das war doch gerade so bequem!“. Sobald ich in einer bequemeren Form des Schneidersitzes sitze, mischen sich die Gelenke ein: „Schnauze. Das haben wir uns jetzt verdient!“.

Herrlich, wenn sich Körperteile melden, die man jahrelang ignoriert hat. Auf einmal wird man sich bewusst, dass der Mensch doch mehr als Finger zum Tippen und Augen zum auf dem Bildschirm glotzen braucht. Aber: Wenn meine Füße nur ein bisschen mehr Durchsetzungskraft gehabt hätten, hätten die Muskeln und Gelenke heute überhaupt nichts zu melden. Nachdem ich Dienstag das Laufen ausfallen ließ, um mich anderweitig sportlich zu betätigen, hätten sie auch jedes Recht dazu gehabt ihren Dienst zu verweigern. Wenn es nämlich eine Sache gibt, in der ich schlechter bin, als Laufen, dann ist es Fußball. Ratet mal, wer vor 20 Jahren nach den Mädchen und dem geistig, wie auch körperlich behinderten Fred in die letzte Mannschaft knurrend aufgenommen wurde. Richtig: Steffen.

Ich hatte mich nämlich nicht einmal zur Wahl gestellt, nach dem `88er Fiasko in der Harzer Jugendherbe St. Andreasberg, als Andreas eigentlich den Ball an Daniel abgeben wollte, dieser aber von dessen dicken Bauch abprallte und langsam durch meine Beine ins Tor kullerte.
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Die Krankenversicherung & ich

nicht-krankenversichert

Vor ein paar Tagen rüttelte mich ein Brief aus dem Dornröschenschlaf des zwangsweise freiwillig verpflichteten Krankversicherten. Bis jetzt habe ich nämlich noch das große Glück gehabt einen günstigen Studententarif mein eigen zu nennen. Knapp 66€ im Monat dafür, dass ich nicht krank werde, war vertretbar, denn so konnte ich mich jederzeit verletzen und mich darauf verlassen, dass jemand den Scheiß finanziell aufräumt.

Das ändert sich ab Oktober, denn ich habe einen großen Fehler gemacht: Ich bin 30 geworden.
Wenn man in diesem schönen Land auf die selten dämliche Idee kommt mit 30 zu studieren, reißt ein Loch im Raum-Zeit-Gefüge auf und für den Gesetzgeber, wie auch für die Krankenkassen ist es so, dass sich alles, aber wirklich alles ändert. Auf einmal ist man zwar Student, aber man rechnet damit, dass man ab 30 soviel Geld besitzt, dass man das Doppelte für die Versicherung bezahlen kann. Woher das Geld kommt, hat mir niemand verraten, aber eines ist sicher: Ich habe es nicht.
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Das Tagebuch des Marathon-Mal

berlin-marathon-09

Wenn mir jemand vor einem Jahr gesagt hätte, dass ich mich an den Rand eines Marathons stellen und wildfremden Menschen zujubeln würde, hätte ich nicht einmal mit der Augenbraue gezuckt. Sport zugucken ist doof und nur für diejenigen, die zu faul sind selber zu laufen. Was bringt es irgendwelchen Idioten zuzujubeln, die sich selber quälen, um knapp 42km zu laufen? Zu laufen! Das muss man sich mal vorstellen. Kann man sich nicht vorstellen…

Dann kam Besuch aus Braunschweig. Kurze Zeit später verloren wir den Kontakt zur einen Hälfte, die irgendwo bei Kilometer 21 ausstieg und bei Kilometer 40 auf uns warten wollte. Notgedrungen musste ich mich also mit diesen Idioten abgeben, die bereit sind einen schönen Sonntag damit zu verbringen sich an den Rand einer Sportveranstaltung zu stellen, um irgendwelchen noch größeren Idioten zuzujubeln, die sich selber schinden.
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Darf es am Ende etwas mehr Malcolm sein? www.fuenf-filmfreunde.dewww.kunstloses-brot.deeyesaiditbefore.tumblr.com