Das Tagebuch des Marathon-Mal (4-6)
Inzwischen habe ich wohl meinen eigenen Laufstil gefunden. Ich würde ihn als den „Lonesome Phroo-Phroo-Ranger Runningstyle“™ bezeichnen, der sich aus dem einsamen Läufer und dem extrem lauten Läufer zusammensetzt.
Nein, ich fange anders an: Rein motivationstechnisch nützt die Kleine was, wenn es darum geht mich zu neuen Spitzen zu treiben. Sie ist eine ehrgeizige Läuferin, die keinen Schmerz kennt und sich zu immer neuen Höhen aufschwingt. Das inspiriert. Einerseits.
Andererseits redet die Kleine gerne beim Laufen. Sie sagt das müsse man können und wenn man nicht reden kann, dann läuft man zu schnell. Wenn ich rede, meldet sich ein weiterer stark vernachlässigter Körperteil, der ungefähr so redefreudig ist wie ein Brötchen. Das Zwerchfell sagt nur ein einziges Wort: „Schnauze“. Hält man sich nicht daran, bremst er den Rest des Körpers mit einem dermaßen schmerzhaften Ziehen, dass mir die Luft wegbleibt. Herr Zwerchfell lässt auch dann erst los, wenn auch gesichert ist, dass von nun an kein Ton mehr aus dem Körper kommt. Außer dem „Phroo-Phroo“ natürlich.
Das „Phroo-Phroo“ brauche ich nicht nur, um die Atmung zu kontrollieren, sondern auch um den Takt anzugeben. Diese hochkomplexe Atemtechnik habe ich von meinem Deutsch-/Sportlehrer Herr Westhäuser gelernt. Schon früh trichtete uns Herr Westhäuser ein, dass das Atmen das Aaahhh… und Oooohhh… des Laufens ist. Nur mit dem richtigen Rythmus, sagt Herr Westhäuser, ist es möglich weiter als 500 Meter am Stück zu laufen. Herr Westhäuser sagt weiterhin man solle zweimal einatmen und zwei ausatmen, anstatt einfach nur schnöde ein- und auszuatmen. Und weil Herr Westhäuser aussah wie Hugh Jackman mit ohne Haare, glaube ich ihm bis heute.
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Aua. Das Anwinkeln der Beine unter der Bettdecke führt zu Schmerzen, wie ich sie nicht kenne. Noch nie gespürt, so etwas. Eine Mischung zwischen lautes Aufkreischen der Muskeln und ein leichtes Schmollen, das sagen möchte: „Ey, das war doch gerade so bequem!“. Sobald ich in einer bequemeren Form des Schneidersitzes sitze, mischen sich die Gelenke ein: „Schnauze. Das haben wir uns jetzt verdient!“.



