Jörg Haider ist tot

(Foto: dpa)
Es ist ein komisches Gefühl, was ich da in der Magengegend habe. Ganz bestimmt keine Freude, wie der wohlmöglich einzige Widerspruch der Evolutionstheorie empfinden würde, wenn jemand mit der falschen Religion, Hautfarbe oder Gesinnung ums Leben kommen würde.
Mein erster Gedanke: Was wäre, wenn es jemanden erwischt hätte, der sich für das genaue Gegenteil dessen eingesetzt hätte, wie Haider. Völkerverständigung, Annäherung und Toleranz? Die Horde der politisch inkorrekten Kretins wäre in Jubelgeschrei ausgebrochen.
Der zweite Gedanke: Warum breche ich eigentlich nicht in Jubelgeschrei aus? Ich bin kein guter Mensch, der alle Menschen liebt, egal welche Weltanschauung sie haben. Ich mache mir meine ganz eigenen Gedanken über die Meinungsfreiheit und ich würde keinem Nazi auf die Beine helfen, wenn er mit seinen vollen Einkaufstüten auf der Straße ausrutschen würde.
Aber Freude bei dem Tod eines solchen Menschen? Klar, man spricht oft davon, dass man Nazis und solche die es gerne wären, alles Übel dieser Welt wünscht. Aber wenn es passiert, hält man inne und denkt sich: Ja schon, aber würde nicht das Absinken in der Egalheit ausreichen? Das Verschwinden des Publikums, oder besser noch die Erkenntnis, dass sie vollkommen im Umrecht sind. Ja, das wäre es gewesen. Das wünsche ich Menschen wie Haider: Die wahre Erkenntnis, dass das was sie denken, so falsch ist und so gegen die Natur der Masse, dass sie zusammenbrechen und einfach nie wieder mit jemanden über ihre vollkommen nachweisbar falsche Meinung reden.
Aber nicht den Tod.







