Der einzige Kommentar zu den Ereignissen in Ferguson, den ihr euch heute anschauen müsst

Wie immer bringt es John Oliver auf den Punkt. Wenn ihr also eine informative Zusammenfassung des Alltags in Ferguson anschauen wollt (und zwar wie rassistisch die Polizei schon in der Vergangenheit vorging), dann empfehle ich euch mal 15 Minuten Zeit zu nehmen und diesen Kommentar anzuschauen

via The Verge

Die Berliner Polizei und ihr kleines Gewaltproblem (UPDATE)

Am 5. Juli überwältigten mehrere Polizisten einen Mann, der sie angeblich in ihren Ermittlungen im Görlitzer Park behindert haben sollte. Das folgende Video zeigt das brutale Vorgehen der Beamten und hinterlässt Spuren schlechter Laune.

Ich finde kaum etwas nervt mehr, als auf Polizisten herumzuhacken. Sie haben einen scheiß Job, sind dafür nicht sonderlich gut bezahlt und müssen sich Tag für Tag beschimpfen lassen. Das Image der Polizei nimmt schon bei Demos gerne Schaden, wenn sie auch nur rumstehen. Deswegen hat die Berliner Polizei ein ganz arges Problem, denn in diesem Video sehen wir eine Handvoll Polizisten, die sämtliche Vorurteile bestätigen und damit ein ganzes Berufsbild unter Beschuss nehmen. Dass die Freundin und ein völlig fremder Fahrradfahrer, der versucht sie zurückzuhalten, mit Pfefferspray bearbeitet werden, scheint für die Polizei ebenso normal zu sein, wie der Versuch dem Mann mit einem Straßenpoller das Bei zu brechen, oder sich auf das Genick des Opfers zu knien.

Der Polizist bei Minute 3:51, der mit einem Schlagstock und einer Körperhaltung bewaffnet ist, die danach schreit „GREIFT MICH JETZT ENDLICH JEMAND AN?!“, gab mir den Rest. Ich verspüre gerade einen üblen Hass gegen die Polizei und es ist ein falsches Gefühl. Hier haben einige Beamte überreagiert und sollten mit Konsequenzen rechnen, die jeder „normale“ Bürger auch bei Körperverletzung tragen sollte. Diese Menschen sollten nie wieder in die Nähe einer Waffe gelangen dürfen und höchstens in einem 1€ Laden an der Kasse sitzen. Ich habe jetzt Angst vor der Polizei und ich bin mir ziemlich sicher, dass man hier in Deutschland eigentlich keine Angst vor der Polizei haben sollte.

(Hier das Video bei Vimeo, nachdem bei Youtube eine Altersbeschränkung eingebaut wurde)

Immer wieder tauchen Argumente auf, wie: „Selbst Schuld. Hätte ja seinen Ausweis zeigen müssen.“, „Man weiß ja nicht was vorher passiert ist.“, „Wenn man auch gegenüber Polizisten handgreiflich wird, muss man sich auch nicht wundern.“
Kein einziges Argument hält auch nur eine Sekunde stand. Nichts, aber auch rein gar nichts rechtfertigt das Verhalten der Polizei. Das ist in etwa so, als würde man zusehen wie drei Erwachsene ein Kind zu Boden ringen und versuchen das Bein, die Rippen oder „aus Versehen“ das Genick zu brechen, weil das Kind nicht hören wollte. Selbst wenn das Kind zuvor die Erwachsenen bespuckt und getreten hätte, würde so ein Verhalten falsch sein. Und so ist es auch mit diesem Mann, der von der Polizei misshandelt wird.

Wen es aber interessiert: Der Mann hat tatsächlich vorher etwas getan. Er hat, laut Pressemitteilung der Polizei, gestört.

Bei Angriffen aus einer Gruppe von etwa 60 Personen heraus wurden gestern Nachmittag sechs Polizisten verletzt. Gegen 17.45 Uhr alarmierten Zeugen die Polizei zum Görlitzer Park, da zu diesem Zeitpunkt etwa 20 Personen in eine Schlägerei verwickelt waren. Im Park eingetroffen, sahen die Beamten einen 25-jährigen verletzten Mann, der am Ohr stark blutete. Bei der nun folgenden Sachverhaltsklärung mischten sich zunächst mehrere Personen, die kurz zuvor an einer Demonstration von Neukölln nach Kreuzberg teilgenommen hatten, lautstark in die Ermittlungen der Beamten ein. Darüber hinaus stellte sich ein 22-jähriger Mann den Beamten in den Weg und störte sie bei der Sachverhaltsaufklärung. Nachdem die Polizisten ihn vergeblich des Platzes verwiesen hatten und die Behinderungen anhielten, zog ein Beamter den Störenfried zur Seite, woraufhin sich eine Personengruppe von bis zu 60 Personen in das Geschehen einmischte und die Einsatzbeamten attackierte. Aus der Gruppe heraus wurden zwei Fahrräder gegen die Beamten geschleudert, wodurch ein Polizist eine Kopfverletzung erlitt, die später in einem Krankenhaus ambulant behandelt werden musste. Mit Unterstützung weiterer hinzugerufener Polizisten wurde die Personengruppe abgedrängt und zwei Männer im Alter von 32 und 46 Jahren sowie eine 33-jährige Frau festgenommen. Gegen sie wird wegen gefährlicher Körperverletzung, versuchter Gefangenenbefreiung und schweren Landfriedensbruchs ermittelt. Insgesamt sechs Beamte wurden bei den Angriffen verletzt.

via KFMW

UPDATE
Die Polizei nimmt inzwischen Stellung zu dem Video:

In der weiteren Folge nahmen die Beamten die Personalien des jungen Mannes auf und versuchten nun, den Sachverhalt aufzuklären und die Täter der gefährlichen Körperverletzung zu ermitteln. Hierbei wurden die Polizisten hartnäckig gestört. Der in dem Video zu sehende Mann, ein 22-Jähriger, behinderte die Beamten mehrfach bei ihrer Arbeit und verhinderte, dass die Beteiligten der Schlägerei ermittelt werden. Der Abgebildete erhielt nun einen Platzverweis, dem er nicht nachkam, so dass er weggeführt werden musste.

Falls also noch die Frage offen sein sollte, was auf dem Video nicht zu sehen ist und was der Grund dafür ist, dass man dem Mann so zugesetzt hat.
Er hat gestört.

Die Geschichte hinter Vancouvers Pärchen

Das Bild hier dürften die meisten von uns inzwischen gesehen haben:

CBC hat das Pärchen aufgespürt und nachgefragt was da eigentlich los war:

“They started beating us with the shields, like trying to get us to move,” Jones told CBC News in an exclusive television interview Friday.

“We weren’t being aggressive towards [police] or anything like that. But eventually they passed over us. And that’s when we were on the ground. She was a bit hysterical afterwards, obviously, and I was just trying to calm her down,”

via Huffington Post

Polizeigewalt in Spanien (friedliches Update)

Normalerweise schalte ich ab, wenn jemand von „scheiß Bullen“ redet und den ganzen Berufsstand durch den Dreck zieht. Die Männer und Frauen machen einen Job, der garantiert nicht einfach ist und ich glaube fest daran, dass es nur eine Minderheit ist, die es kaum erwarten kann jemanden die Scheiße auszuprügeln.

Wenn ich aber die folgenden Bilder sehe, wie spanische Polizisten wahllos harmlose, unbewaffnete Demonstranten wegprügeln, dann wünsche ich mir kurz, dass jemand einen Stein nimmt und sich wehrt. Kein Gedanke auf den ich stolz bin, aber nichts was sich bei diesen Bildern verhindern lässt.


Spanische Polizisten prügeln auf Youtube

via David Luther

UPDATE
Auch beim David gefunden. Gerade als man denkt, es kann nicht gruseliger werden, sehe ich diesen Clip, in dem Menschen gewaltsam festgenommen werden, weil sie nichts anderes tun, als…

vor einem Denkmal zu tanzen.

FRIEDLICHES UPDATE

Danke Danny

Polizeigewalt und Stuttgart 21

Es ist schon spät und es fällt mir nicht leicht meine Gedanken geordnet runterzuschreiben, wenn ich mir dieses Video anschaue. Ich bin mir nicht sicher, was ich davon halten soll, wenn ich sehe wie Demonstranten von gepanzerten Polizisten verprügelt werden. Mir fehlt ehrlich gesagt auch das Hintergrundwissen, um gescheit eine Meinung zu dem Bauvorhaben da unten haben.

Auf der anderen Seite ist es natürlich leicht zu sagen, dass die Polizisten die Bösen sind und die Demonstranten wehrlose Bürger, wenn man nicht dabei war. Auch wenn es sicher nicht wenige Arschlöcher in Uniformen gibt, die sich richtiggehend auf solche Prügeleien freuen und vorbereiten, glaube ich fest daran, dass es auch mindestens soviele normale Menschen gibt, die eine scheiß Angst um ihre eigene Haut haben und irrtümlich glauben in Notwehr zu handeln, wenn sie zuschlagen.

Allerdings kräuseln sich meine Nackenhaare, wenn ich durch die Kommentare dieses Artikels scrolle und geistigen Dünnschiss wie diesen lese:
„Polizeigewalt und Stuttgart 21“ weiterlesen

(Polizeigewalt auf der) „Freiheit statt Angst“-Demo

Da ist man mal ein Wochenende nicht da, schon geht es drunter und drüber.

freiheit statt angst / freedom not fear – demo 12.09.2009 from Gerd Eist on Vimeo.

Bei René gibt es noch ein paar Bilder mehr zu sehen.

Die Ironie an der Geschichte fasst Johnny gut zusammen:

Desweiteren entbehrt es einer bösen und bitteren Ironie nicht, dass in diesem Fall, wie auch in vielen früheren Fällen, (Überwachungs-) Kameras hoffentlich zur Aufklärung von vermutlichen Straftaten durch die Staatsgewalt führen.