Postman Archiv

Postkarten vom Huschi

Seit ein paar Monaten bekomme ich von einem meiner Lieblingsmenschen alle paar Tage eine selbstgebastelte Postkarte, die mich aufmuntern soll, wenn es mir schlecht geht. Ich hingegen bin ein nicht ganz so netter Mensch und so liegt seit zwei Wochen ein Päckchen auf meinem Schreibtisch und wartet darauf, dass ich mal während der Öffnungszeiten eines Paketversenders zuhause bin, damit ich mich wenigstens ansatzweise bei dieser Person revanchieren kann.

Dieser Beitrag ist dieser Person gewidmet, bei der ich mich höchstoffiziell dafür bedanken möchte, dass sie in den letzten Monaten dafür gesorgt hat, dass ich meine Theorie überdacht habe, dass nur ein leerer Postkasten ein guter Postkasten ist.

Böses Fernsehen?

Nachdem ja hier und hier bereits das Thema Fernsehkritik angesprochen wurde… Vielleicht hätte sich der gute Marcel Reich-Ranicki vorher mal jemanden zur Brust nehmen sollen, der sich wirklich mit Sache beschäftigt hat und erkannt hat, daß die Gefahr ganz woanders lauert:

Mir macht der Unsinn im Fernsehen genausoviel Spaß wie vielen meiner Zeitgenossen auch, und ich weiß sehr wohl, daß die Druckpresse genug davon hervorgebracht hat, um den Grand Canyon bis zum Rande zu füllen. Das Fernsehen ist nicht alt genug, um sich in der Fabrikation von Unsinn mit der Druckpresse messen zu können.
Gegen das „dumme Zeug“, das im Fernsehen gesendet wird, habe ich nichts, es ist das beste am Fernsehen, und niemand und nichts wird dadurch ernstlich geschädigt. Schließlich messen wir eine Kultur nicht an den unverhüllten Trivialitäten, die sie hervorbringt, sondern an dem, was sie für bedeutsam erklärt. Hier liegt unser Problem, denn am trivialsten und daher am gefährlichsten ist das Fernsehen, wenn es sich anspruchsvoll gibt und sich als Vermittler bedeutsamer kultureller Botschaften präsentiert. Paradoxerweise verlangen Intellektuelle und Kritiker vom Fernsehen häufig genau dies.

Neil Postman – Wir amüsieren uns zu Tode

Das Fernsehen verändert die Wahrnehmung an sich und das ist doch um einiges bemerkenswerter, als ein paar minderbemittelte Sendungen. Das wusste der gute Mann schon vor zwanzig Jahren…

Als Beispiel: Der 27. amerikanische Präsident, William Howard Taft, würde heute wohl keine Wahl mehr gewinnen. Das liegt nicht daran, daß sein politisches Vermögen verhältnismäßig schlecht gewesen war, sondern viel eher an seinem Doppelkinn und seiner Körpermasse von 2,5 Zentnern. Das Fernsehen setzt hierbei voll auf die visuelle Wahrnehmung ung wo folglich heutzutage wirklich die Prioriäten liegen, erfährt man dann bei SpOn

Mit Dank an Frau Scholli für den Buchtip



Darf es am Ende etwas mehr Malcolm sein? www.fuenf-filmfreunde.dewww.kunstloses-brot.deeyesaiditbefore.tumblr.com