Das Tagebuch des Marathon-Mal (2&3)
Aua. Das Anwinkeln der Beine unter der Bettdecke führt zu Schmerzen, wie ich sie nicht kenne. Noch nie gespürt, so etwas. Eine Mischung zwischen lautes Aufkreischen der Muskeln und ein leichtes Schmollen, das sagen möchte: „Ey, das war doch gerade so bequem!“. Sobald ich in einer bequemeren Form des Schneidersitzes sitze, mischen sich die Gelenke ein: „Schnauze. Das haben wir uns jetzt verdient!“.
Herrlich, wenn sich Körperteile melden, die man jahrelang ignoriert hat. Auf einmal wird man sich bewusst, dass der Mensch doch mehr als Finger zum Tippen und Augen zum auf dem Bildschirm glotzen braucht. Aber: Wenn meine Füße nur ein bisschen mehr Durchsetzungskraft gehabt hätten, hätten die Muskeln und Gelenke heute überhaupt nichts zu melden. Nachdem ich Dienstag das Laufen ausfallen ließ, um mich anderweitig sportlich zu betätigen, hätten sie auch jedes Recht dazu gehabt ihren Dienst zu verweigern. Wenn es nämlich eine Sache gibt, in der ich schlechter bin, als Laufen, dann ist es Fußball. Ratet mal, wer vor 20 Jahren nach den Mädchen und dem geistig, wie auch körperlich behinderten Fred in die letzte Mannschaft knurrend aufgenommen wurde. Richtig: Steffen.
Ich hatte mich nämlich nicht einmal zur Wahl gestellt, nach dem `88er Fiasko in der Harzer Jugendherbe St. Andreasberg, als Andreas eigentlich den Ball an Daniel abgeben wollte, dieser aber von dessen dicken Bauch abprallte und langsam durch meine Beine ins Tor kullerte.
Weiterlesen? Na klar!








