The Mistake – Einfach mal ein Mailing absichtlich verkacken

JCDecaux ist ein Unternehmen, das sich mit Außenwerbung und Stadtmöbeln spezialisiert hat und hat dasselbe Problem, das wir Freelancer haben: Einmal für etwas gebucht, werden wir immer wieder für diese eine Fähigkeit gebucht, unabhängig davon was wir sonst noch im Repertoire haben. Bei JCDecaux sind es die beliebten 2×2 Meter Plakatwände, die immer wieder gebucht werden, obwohl sie noch viel mehr anzubieten hätten.

So weit, so unspektakulär.
Um ihre Kunden darauf aufmerksam zu machen, dass sie etwas breiter aufgestellt sind, haben sie BBDO an Bord geholt, die ihnen zwar nicht die dringend neue Website aufs Auge gedrückt haben, aber wenigstens ein witziges Mailing, das JCDecaux an ihre großen Kunden geschickt haben. Der Clou: In dem Mailing vermischten sie die angesprochenen Kunden mit ihren größten Mitbewerbern. Dazu braucht man schon mindestens fußballgroße Eier.

Danke Daniel!

Das erste Werbeplakat mit Künstlicher Intelligenz

Ein Wort, das ich wahrscheinlich noch nie in den Mund genommen habe, weil es eines der schlimmsten Buzzwords der Branche ist, will jetzt nicht mehr aus meinem Kopf. Ein bisschen wie ein Ohrwurm: Gamechanger

Das intelligente Poster von M&C Saatchi wird in der freien Wildbahn nicht überleben, aber ich glaube wir bekommen einen gleichzeitig gruseligen, als auch spannenden Blick in die Zukunft der Werbung und des Designs:

A genetic algorithm tests different executions based on the strength of their various features or ‘genes’, such as copy, layout, font and image. By installing a camera on the posters, M&C Saatchi is able to measure engagement of passers-by based on whether they look happy, sad or neutral.

“Genes (or ads) which fail to trigger an engagement will be ‘killed off’, whereas those which prompt an engaged reaction will be reproduced in future executions, leading to a Darwinian approach to advertising whereby only the strongest creative executions survive. Not only that, but a small amount of these genes will mutate at random, meaning that the next generation has a chance to naturally improve over time.

Man stelle sich mal vor, wie eine Welt aussehen würde, wenn die breite Masse entscheiden könnte, wie etwas gestaltet wird. Wie gesagt: Gruselig und spannend.

Ein Adfilter, das schlechte Werbung durch gute Werbung ersetzt

So sieht es aus: Ich habe mir noch nie ein Adfilter installiert.
Aus irgendeinem romantischen Grund glaube ich, dass ich Arbeitsplätze… Achwas: LEBEN rette, wenn ich Werbung über mich ergehen lasse. Nun gibt es endlich ein Adfilter für Google Chrome, das nicht nur Arbeitsplätze Leben rettet, sondern all den idiotischen, unkreativen, hassenswerten, armseligen, unmutigen Versuchen Unternehmen zu bewerben den Gar aus machen soll und diejenigen belohnt, die sich ordentlich anstrengen.

Also ein Adfilter für all die Menschen, die die Schnauze voll haben, dass jemand, der „früher auch mal (kreative Jobbeschreibung hier einfügen)“ gemacht hat dazwischen funkt und einem ein (im besten Fall) langweiliges Endprodukt aufzwingt.

Die große Leonard Nimoy Werbespots Sammlung

Der Tod von Leonard Nimoy hat uns alle ein wenig verstört. In den meisten Fällen, weil er sein Leben Spock war und es sonst nicht viele Konstanten gab, auf die man sich verlassen konnte. Leonard Nimoy war aber nicht nur Spock, sondern unter anderem auch Musiker und ein sehr guter Fotograf. Was in den letzten Tagen leider viel zu kurz kam, waren seine Auftritte in der Werbung.

Da war zum Beispiel dieses eine Mal, als er in dem EdTel Pagers Spot auftrat, in einer Zeit, in der Kommunikatoren Handys noch Zukunftsmusik waren:

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Ein Buch das Menschen nach ihrem Äußeren beurteilt

Jahrhundertelang urteilten Menschen Bücher nach ihren Äußeren und nun ist die Zeit gekommen, dass die Bücher zurückschlagen.

Dutch artist Thijs Biersteker worked with design studio Moore to create The Cover That Judges You, which is exactly what it sounds like: A book cover that sizes you up before letting you read it. Created for The Art Directors Club of the Netherlands meeting, the book is filled with the best advertising artwork from the year. But before you can check any of that out, you must prove you’re not going to be a judgmental jerk.

book-cover-Das ist mal ein Buch nach meinem Geschmack. Es funktioniert so: Sobald der vermeintliche Leser das Buch aufschlägt, muss dieser das Gesicht in eine bestimmte Stellung halten, sodass eine Kamera checken kann, ob ein Idiot vor dem Buch sitzt. Erkennbar daran, dass dieser wie ein Trottel grinst, wie ein arrogantes Arschloch das Gesicht verzieht oder ein Elefant ist. Erst wenn man mit einem neutralen Gesichtsausdruck vor der Kamera sitzt, öffnet sich ein Schloss und das Buch ist bereit gelesen zu werden.

Biersteker erklärt es wie folgt:

“With an overflowing stream of beautiful things coming at you through the web on a daily basis, the art of being open for amazement and wonderment is hard to maintain.”

Beste Idee.

Jerry Seinfeld: I love advertising because I love lying

Jerry Seinfeld hat vollkommen zu Recht einen Clio Award gewonnen und in seiner Dankesrede mit der Branche abge… Nein, nicht abgerechnet. Vielmehr eine Rede gehalten, wie die Branche und die Unternehmen sie verdient. Humorvoll, kritisch und reflektiert.

„Ich will nur das Commercial genießen – auch wenn wir wissen, das Produkt wird Mist sein. Und ich denke, sein Leben damit zu verbringen, hart arbeitenden Menschen das Geld mit nutzlosen, qualitativ schlechten und falsch dargestellten Produkten und Diensten aus den Taschen zu ziehen, ist eine exzellente Verwendung der eigenen Energie.“

Ich sehe darin kaum bis gar keine Ironie.

via Interweb3000

John Oliver über Native Advertising

Während ich versuche die Brotkrümel aus meiner Nase zu puhlen, die nach einem Lachkrampf bei Minute 5:07 dort reingeschossen wurden, versuche ich mal zu erklären warum ich John Olivers Erklärung von Native Advertising so fantastisch finde.

Ich habe ein paar Jahre lang in diverse Werbeagenturen gearbeitet und ich gebe zu: Ich hatte viel Spaß. Ich mag Werbung. Das wird spätestens bei der Kategorie Design&Werbung deutlich, die ich oft und gerne befülle. Ohne dafür bezahlt zu werden, übrigens. Ich mache ganz offen und kostenlos Werbung für Produkte und Dienstleistungen, ohne dass sie mich auch nur angefragt haben. Damit bin ich der feuchte Traum meines früheren Ichs. Aber nicht nur meines früheren Ichs, sondern auch unzähliger fauler Marketingfuzzis, die mich beinahe täglich mit Anfragen und Hinweise bombardieren, die ich doch bestimmt gerne verbloggen möchte. „Was? Du möchtest dafür auch noch etwas haben? Sind 50€ ok?“ sind nicht seltene Reaktionen darauf, wenn ich antworte, dass ich kein Problem damit habe Werbung zu machen, wenn das Produkt nicht gegen meine schwammigen Prinzipien verstößt. Mir sind tatsächlich nur zwei Dinge wichtig:
1. Dass die Werbung als solche gekennzeichnet wird (Meist mit einem „Wir unterbrechen dieses Blog für ein kleines bisschen Werbunge“).
2. Keine Werbung für Online Casinos und Medikamente.

Alles weitere mache ich nach Lust und Laune. Gerne auch kostenlos, wenn es kreativ ist, oder ich das Produkt so gut finde (dann möchte ich es aber behalten).

Mit dem ersten Punkt haben viele Nachrichtenanbieter und Blogger ihre Probleme. Einmal lachte mich ein namenhafter Blogger aus, weil ich die fehlende Kennzeichnung der Werbung bemängelte. Wir wären ja nicht mehr im Jahr 2006. Das macht man jetzt so.

Tut man das, ja?
Ich bin mir bewusst, dass ich damit vielleicht einen Trend verschlafen haben sollte, aber ich mag Blogger trotzdem lieber, bei denen man klar erkennen kann, dass sie gerade gesponsert werden, wenn sie es denn nun werden. Bewerben sie ein Produkt aus Überzeugung, will ich das wissen. Das schafft Vertrauen. Und Vertrauen ist bei mir die Teil der Basis einer Kaufentscheidung.
Schlimmer sind nur noch Informationslieferanten jeglicher Art, die ihre gesponserten Artikel nicht kennzeichnen.

Wieauchimmer, ich schwätze schon wieder. Schauen wir uns doch lieber mal John Olivers Beitrag dazu an:

via Krautreporter

P.S.: Es stehen übrigens 1-2 gesponserte Posts in der Pipeline. Nur mal so als Vorwarnung. Ihr werdet sie erkennen, versprochen.

Die 17 besten Printkampagnen des Jahres

Das Cannes Lion Festival 2014 ist nun vorbei und ich habe mich dieses Jahr ziemlich zurückgehalten, weil es so unglaublich viel zu sehen gab, dass ich nicht wusste wo man anfangen soll. Ich werde in den einfach nach und nach ein paar Löwen-Gewinner zeigen. Angefangen mit diesen fantastischen Printkampagnen:

Kunde: Shanghai General Motors / Buick
Agentur: Lowe China, Shanghai, China
Das Besondere an der Kampagne: Die Personen sind tatsächlich Opfer von rücksichtslosen Autofahrern.
Auf dem Plakat steht: „Schilder sind nicht ohne Grund da.“

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First Moon Party – Das Teenager Menstruations Starterkit

Ich kann nicht in Worten ausdrücken, wieviel Spaß Werbung für ein Teenager Menstruations Starterkit machen kann! So sehr, ich wünschte mir beinahe ein kleines Mädchen zu sein, das ihre erste Menstruation sehnlichst erwartet:

Und was lernen wir daraus: Leg dich nicht mit Mutti an…

via Adweek